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Corona-Update - 19.5.2020

Mit den ersten Lockerungen wird zunächst auch die partielle Wiederaufnahme der Herzgruppentätigkeit Schritt für Schritt möglich werden. Es gilt weiterhin das Einhalten der Verordnung über erforderliche Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 in Berlin (SARS-CoV-2-Eindämmungsmaßnahmenverordnung – SARS-CoV-2-EindmaßnV) in seiner jeweils aktuellen Fassung. Eine gesonderte Genehmigung zur Wiederaufnahme der Herzgruppentätigkeit seitens der BGPR oder der Kostenträger ist nicht erforderlich, sofern die behördlichen Vorgaben eingehalten werden.

Zu beachten ist hierbei die Positionierung der Verbände der Krankenkassen auf Bundesebene und des GKV-Spitzenverbandes.

Wiederaufnahme von Rehabilitationssport nach Lockerung der Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen

1. Rehabilitationssport im Freien

Es bestehen keine Bedenken gegen die Durchführung von Rehabilitationssport im Freien bei Beachtung der Vorgaben im Beschluss der Sportministerinnen und Sportminister (Ziffer 1a). Zusätzlich sind die spezifischen Regelungen im jeweiligen Bundesland zu beachten. Die Durchführung ist ab sofort bis längstens 30.09.2020 möglich. Über eine Verlängerung wird ggf. unter Berücksichtigung der Entwicklung des Infektionsgeschehens zu einem späteren Zeitpunkt entschieden.

Hinsichtlich des Anerkennungsverfahrens wird es als ausreichend angesehen, wenn die durchführenden Leistungserbringer der zuständigen anerkennenden Stelle die Veranstaltungsdaten (Ort/Treffpunkt mit Adresse, Wochentag und Beginn/Ende) einmalig vor der erstmaligen Durchführung mitteilen. Witterungsbedingt kann im Einzelfall von den gemeldeten Daten abgewichen werden. Die anerkennenden Stellen geben den Rehabilitationsträgern bei Bedarf Auskunft.

Die Teilnahme ist auf der Teilnahmebestätigung mit einem „i.F.“ oder „im Freien“ hinter dem Datum zu kennzeichnen.

2. Rehabilitationssport in geschlossenen Räumen (Sport-/Turnhalle, Studios etc.)

Es gelten für die Wiederaufnahme des Rehabilitationssports in geschlossenen Räumen grundsätzlich die DBS-Empfehlungen zum Rehabilitationssport vom 30.04.2020 „Empfehlungen zur Wiederaufnahme nach Lockerung der Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen“ (Anlage) bzw. die Empfehlungen der Leistungserbringerverbände (Hinweis: Sofern es diese geben wird, werden sich diese weitgehend am DBS orientieren).

Allerdings sind bei der Wiederaufnahme des Übungsbetriebes ergänzend die länderspezifischen Regelungen insbesondere zur Gruppengröße und zur Öffnung der Veranstaltungsorte/Hallen zu beachten, so dass im Gegensatz zur Durchführung von Rehabilitationssport im Freien (vgl. Pkt. 1) vorrangig keine detaillierten bundeseinheitlichen Regelungen in Betracht kommen.

Es wird davon ausgegangen, dass die Teilnehmer*innen ihren eigenen Mund-Nasen-Schutz mitbringen/nutzen.

Die Durchführung von Rehabilitationssport in Herzgruppen ist unter den o.g. Bedingungen möglich. Es liegen derzeit noch keine spezifischen Regelungen, z.B. der DGPR, vor.

Empfehlungen zur Wiederaufnahme nach Lockerung der Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen

Die Zielgruppe des ärztlich verordneten Rehabilitationssports zählt in großen Teilen zu einer Risikogruppe (z. B. durch chronische Erkrankungen und/oder höheres Alter). Aus diesem Grund hat der Deutsche Behindertensportverband e.V. die folgenden Empfehlungen für die Wiederaufnahme von Rehabilitationssportangeboten nach Lockerung der Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen entwickelt. Diese Empfehlungen gelten für alle Übungsleiter*innen, Teilnehmer*innen sowie durchführende Vereine als Konkretisierung der folgenden zehn Leitplanken des DOSB:

  • Distanzregeln einhalten
  • Körperkontakte müssen unterbleiben
  • Mit Freiluftaktivitäten starten
  • Hygieneregeln einhalten
  • Vereinsheime und Umkleiden bleiben geschlossen
  • Fahrgemeinschaften vorübergehend aussetzen
  • Veranstaltungen und Wettbewerbe unterlassen
  • Trainingsgruppen verkleinern
  • Angehörige von Risikogruppen besonders schützen
  • Risiken in allen Bereichen minimieren

Allgemeine Empfehlungen

  • Individuelles Risiko der Teilnehmer muss von Teilnehmer und Herzgruppenleiter sowie ggf. durch Hinzuziehung des betreuenden Arztes analysiert werden.
  • Einwilligungserklärung der Teilnehmer mit Risikobeschreibung, Hinweisen zu Restrisiko und Weisungsbefugnis des Herzgruppenleiters muss eingeholt werden.
  • Festlegung der Gruppengröße anhand der Raumgröße: 5m2 pro Teilnehmer sind verpflichtend.
  • Es ist ausreichend Zeit zwischen den einzelnen Gruppen einzuplanen, um Begegnungen der Teilnehmer zu vermeiden.
  • Nach Möglichkeit sollen unterschiedliche Ein- und Ausgänge genutzt und “Einbahnstraßenregelungen” für die Laufrichtungen eingerichtet werden.
  • Übungsräume und Toiletten sind fachgerecht zu reinigen (u.a. Desinfektion von Wasserhähnen, Türklinken), bei den Desinfektionsmaßnahmen sind Einmalhandschuhe zu tragen.
  • Möglichkeiten zur Händedesinfektion sowie Einmalhandtücher sind bereitzustellen.
  • Vor Betreten des Übungsraumes müssen Herzgruppenleiter und Teilnehmer die Hände desinfizieren.
  • Verwendete Materialien (z.B. Hocker) müssen vor jeder Übungsstunde mittels Wischdesinfektion (NICHT Sprühdesinfektion!) desinfiziert werden.
  • Materialien müssen entsprechend der Wirksamkeit der Reinigungsmöglichkeiten ausgewählt werden.
  • Es ist zu prüfen, ob Teilnehmer eigene Materialien und Alltagsgegenstände (z.B. Trinkflaschen, Getränketetrapacks) als Gewichtstücke nutzen können.
  • Übungsraum muss vor und nach jeder Gruppe gut gelüftet werden, Aufenthalt im Übungsraum soll auf die Übungsstunde beschränkt sein.
  • Bei Vorliegen von Symptomen wie z.B. Fieber, Husten, Schnupfen und/oder grippeähnlichen Symptomen dürfen Herzgruppenleiter bzw. Teilnehmer nicht an der Übungsstunde teilnehmen.
  • Es müssen Ansprechpartner im Verein für Rückfragen benannt und Empfehlungen zur Wiederaufnahme des Rehabilitationssports vorgehalten werden.

Anmerkungen und Empfehlungen für Herzgruppenleiter

  • Herzgruppenleiter tragen eine besondere Verantwortung für die Teilnehmer.
  • Herzgruppenleiter benötigen Kenntnisse über die Symptome und bekannten Übertragungsformen von Covid-19 (Informationen des Robert-Koch-Instituts werden zur Verfügung gestellt).
  • Bei der Planung von Übungsstunden muss mehr Zeit für organisatorischen Aufwand und ggf. Einsatz von notwendigen Hilfspersonen berücksichtigt werden.
  • Zu Beginn der Übungsstunde muss der Herzgruppenleiter Abstands- und Hygieneregeln erläutern und die Teilnehmer zu ihrem Gesundheitszustand befragen: keine Teilnahme von Personen mit Symptomen.
  • Es ist darauf zu achten, dass Einwilligungserklärungen der Teilnehmer vorliegen.
  • Der Herzgruppenleiter muss beurteilen, ob alle Teilnehmer, insbesondere auch Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung oder psychischer Erkrankung, die Regelungen verstanden haben und umsetzen können.
  • Der Herzgruppenleiter hat fortwährend auf die Einhaltung der Abstandsregeln zu achten.
  • Partnerübungen sowie taktile Korrekturen sind zu unterlassen, ebenso Übungen, die zu einer erheblichen Beschleunigung der Atmung führen (Aerosolbildung).
  • Der Herzgruppenleiter muss bei Durchführung und Variierung der Übungen auf die Einsetzbarkeit der Materialien und deren Reinigungsmöglichkeit achten und diese entsprechend auswählen.
  • Übungsraum und die verwendeten Materialien müssen hinsichtlich der Infektionsgefahr beurteilt und die regelmäßigen Desinfektionsmaßnahmen beachtet werden.

Anmerkungen und Empfehlungen für Teilnehmer

  • Teilnehmer müssen das individuelle Risiko sowie den Gesundheitszustand vor jeder Übungsstunde einschätzen. Verzicht auf Teilnahme bei erhöhtem Risiko, zwingender Verzicht bei akuten Symptomen.
  • Teilnehmer sollen eigene Materialien (z.B. Matte, Handtuch) mitbringen, kein Austausch von Materialien untereinander.
  • Teilnehmer dürfen den Übungsraum erst nach Händedesinfektion und nur in Anwesenheit des Herzgruppenleiters betreten.
  • Einwilligungserklärung sowie Teilnahmebescheinigung sind mit eigenem Stift zu unterschreiben.
  • Teilnehmer sollen insbesondere auf dem Weg zum Übungsraum und auf Anweisung des Herzgruppenleiters im Übungsraum und während der Übungen einen Mund- Nasen-Schutz nutzen (darüber hinaus sind länderspezifische Vorgaben zu berücksichtigen).